Gegenstromverfahren im Controlling

Die Balance zwischen Bottom-up und Top-down

Das Beste aus zwei Welten – Gegenstromverfahren für eine ausgewogene Unternehmenssteuerung

Das Gegenstromverfahren ist eine Methode der Unternehmensplanung. Sie kombiniert die Elemente aus der strategischen Top-down-Planung mit denen aus der praxisnahen Bottom-up-Planung. Ziel ist es, strategische Vorgaben mit den praktischen Erkenntnissen aus den operativen Ebenen abzustimmen. Das Gegenstromverfahren wird also genutzt, um eine Balance zwischen strategischen Vorgaben und operativer Machbarkeit zu finden.

Funktionsweise des Gegenstromverfahrens

Das Gegenstromverfahren beginnt mit einer strategischen Top-down-Vorgabe: Die Unternehmensleitung setzt grobe Ziele und Rahmenbedingungen fest. Diese Vorgaben werden dann an die unteren Hierarchie-Ebenen weitergegeben. Dort erfolgt eine Bottom-up-Anpassung, bei der die realistischen Möglichkeiten und Herausforderungen aus der operativen Praxis einfließen. Diese Rückmeldungen werden wiederum auf höheren Ebenen geprüft und ggf. in die Gesamtplanung integriert. So entsteht ein iterativer Prozess, bei dem strategische und operative Planungen aufeinander abgestimmt werden.

Vorteile des Gegenstromverfahrens

  • Hohe Realitätsnähe: Die Berücksichtigung operativer Erkenntnisse sorgt für realistische Ziele.
  • Erhöhte Akzeptanz: MitarbeiterInnen werden in die Planung einbezogen und sind motivierter, die Ziele umzusetzen.
  • Mitarbeiterbindung: Dank der aktiven Mitgestaltung der MitarbeiterInnen können sie sich besser mit den Zielen und dem Unternehmen identifizieren. Dies erhöht auch die MitarbeiterInnen-Zufriedenheit.
  • Flexibilität: Die Kombination von strategischen Vorgaben und praktischer Umsetzung ermöglicht eine anpassungsfähige Planung.
  • Verbesserte Kommunikation: Durch den ständigen Austausch zwischen Führungsebene und MitarbeiterInnen werden Missverständnisse reduziert.

Nachteile des Gegenstromverfahrens

  • Zeitaufwändig: Der iterative Abstimmungsprozess kann mehr Zeit in Anspruch nehmen als eine reine Top-down- oder Bottom-up-Planung.
  • Komplexität: Die mehrfache Anpassung erfordert ein hohes Maß an Koordination.
  • Konfliktpotenzial: Unterschiedliche Interessen von Führung und MitarbeiterInnen können zu Spannungen führen.

Erkenntnisse aus Studien zum Gegenstromverfahren

Laut einer Studie der CA Controller Akademie setzen über 60 % der deutschsprachigen Unternehmen das Gegenstromverfahren in ihrer Planung ein. Diese Unternehmen berichten von einer besseren Zielerreichung und einer höheren Mitarbeitermotivation.

Eine andere Untersuchung des International Group of Controlling (IGC) zeigt, dass Unternehmen, die das Gegenstromverfahren anwenden, agiler auf Marktveränderungen reagieren können. Besonders in stark schwankenden Märkten ermöglicht diese Methode eine schnellere Anpassung der Planung an neue Gegebenheiten.

Wichtige Aspekte zum Gegenstromverfahren für das Controlling

Das Controlling ist die rechte Hand des Managements. ControllerInnen haben eine zentrale Vermittlerrolle. Ihre Aufgabe ist es, durch die laufende Überwachung und Steuerung des gegenläufigen Abgleichs von Soll- und Ist-Daten einen wertvollen Beitrag zur Optimierung der Unternehmensprozesse zu leisten. Damit das Gegenstromverfahren erfolgreich im Unternehmen umgesetzt werden kann, sollte das Controlling einige zentrale Punkte berücksichtigen:

  • Koordination und Kommunikation: Das Controlling fungiert als Vermittler zwischen Management und operativen Einheiten und sorgt für einen effektiven Informationsfluss.
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Da das Gegenstromverfahren iterativ ist, muss das Controlling in der Lage sein, Planungen bei Bedarf schnell zu modifizieren.
  • Transparenz: Ein klarer Planungsprozess und regelmäßige Abstimmungen erhöhen das Verständnis und die Akzeptanz auf allen Ebenen.
  • Schulung und Qualifikation: ControllerInnen sowie andere Beteiligte sollten über die notwendigen Kenntnisse und Know-how verfügen, um den Prozess effizient zu gestalten.

Checkliste für ControllerInnen zur Praxisumsetzung des Gegenstromverfahrens

  • Strategische Zielsetzung analysieren: Sind die vorgegebenen Unternehmensziele realistisch und klar formuliert?
  • Kommunikation sicherstellen: Gibt es regelmäßige Meetings zwischen Management und operativen Einheiten?
  • Operative Rückmeldungen einholen: Werden die Vorschläge und Bedenken der Mitarbeitenden systematisch erfasst?
  • Planungsanpassungen prüfen: Ist der iterative Abstimmungsprozess effizient organisiert?
  • Flexibilität gewährleisten: Sind Anpassungsmöglichkeiten vorgesehen, um auf Marktveränderungen reagieren zu können?
  • Erfolgsmessung definieren: Gibt es Kennzahlen, um den Erfolg der Planung zu bewerten?
  • Schulungen organisieren: Sind alle Beteiligten ausreichend geschult, um das Gegenstromverfahren optimal umzusetzen?
  • Transparenz sicherstellen: Wird der gesamte Planungsprozess verständlich und nachvollziehbar dokumentiert?

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